Der 23. Mai war in diesem Jahr deutschlandweit kein gewöhnlicher Verfassungstag mit Reden und Protokoll, sondern der erste „Ehrentag“ – ein vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier angestoßenes Format. Die Idee dahinter: Das Grundgesetz nicht nur zu würdigen, sondern vor allem sichtbar zu machen, was es im Alltag trägt – nämlich das Engagement der vielen Menschen in Vereinen, Initiativen und Organisationen.
Und genau das hat Glückstadt ziemlich eindrucksvoll umgesetzt. Die ganze Stadt war beteiligt: von der Freiwilligen Feuerwehr über Musik- und Sportvereine bis hin zum Spielmannszug. Der Marktplatz wurde dabei zum zentralen Treffpunkt, an dem sich das bunte Vereinsleben gebündelt hat.

Dass dieser erste Ehrentag überhaupt in dieser Form stattfinden konnte, ist vor allem der sehr intensiven Vorbereitung und Organisation durch unser Clubmitglied Prof. Dr. Georg Plate und sein Team zu verdanken. Wer in den Wochen davor einen Blick in die Mailverläufe geworfen hätte, hätte vermutlich freiwillig einen eigenen Ehrenamtsstatus beantragt. Aber am Ende hat genau diese Mischung aus Planung, Abstimmung und Detailarbeit dafür gesorgt, dass der Tag reibungslos lief und überall etwas los war.
Mitten drin: der Bridgeclub Glückstadt mit seinem Pavillon auf dem Marktplatz.
Unser Ziel war wie immer einfach formuliert und in der Praxis etwas anspruchsvoller: Bridge erklären, Berührungsängste abbauen und zeigen, dass das Ganze nichts mit steifen Regeln und endlosen Theorievorträgen zu tun haben muss.
Das hat erstaunlich gut funktioniert. Für Kinder gab es Seifenblasen und ein Bridge-Memory, das schneller als jede Erklärung zeigt, dass es hier um Aufmerksamkeit, Zusammenarbeit und ein bisschen Köpfchen geht. Für Erwachsene lag das „Bridge-Abitur“ bereit – ein Quiz, das irgendwo zwischen Schmunzeln, Raten und „ach so funktioniert das also“ angesiedelt war.

Die Besucherzahlen blieben zwar insgesamt eher überschaubar, wenn man die große Vorarbeit und Öffentlichkeitsarbeit bedenkt – selbst im Radio wurde berichtet, was in Glückstadt alles aufgeboten wird – aber dafür gab es umso mehr echte Gespräche direkt am Stand. Und genau dort passiert das eigentlich Spannende: Menschen bleiben stehen, stellen Fragen, lassen sich etwas erklären und gehen im besten Fall mit einem völlig neuen Bild von Bridge weiter.
Auch im Verein selbst hat der Tag gut funktioniert: engagierte Mitglieder, gute Stimmung, Kaffee in stabiler Versorgungslage und mit Gerda Prager sogar eine frühere Präsidentin, die selbstverständlich eine Schicht übernommen hat. Vereinsleben im echten Einsatzmodus.
Unterm Strich war es kein lautes Großevent für den Bridgeclub, aber ein sehr lebendiger Tag mit vielen kleinen Begegnungen, die genau das transportieren, worum es am Ende geht: Bridge ist nicht kompliziert, sondern kommunikativ – man muss nur einmal stehen bleiben.
Und weiter geht es schon bald: Am 14. Juni zu den Matjeswochen sind wir wieder mit unserem Pavillon auf dem Marktplatz vertreten. Dann mit Karten, Gesprächen und der nächsten Gelegenheit, Bridge in Glückstadt ein bisschen bekannter zu machen.
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